Waterton Lakes National Park Teil 1

Der Übergang von den Prärien Süd – Albertas in die zerklüfteten Berge des Nationalparks ist abrupt. Eine fantastische natürliche Bergwelt und eine große Wildtierpopulation machen den Park zu einem Juwel. Kurz vor Waterton Townsite sieht man erst einmal das Prince of Wales Hotel (1927) vor grandioser Kulisse.Prince of Wales Hotel  Der Upper Waterton Lake ist zu jeder Tageszeit wie ein Gemälde.Upper Waterton Lake               Leider war der städtische Campingplatz am Spätnachmittag schon ausgebucht, da auf zwei benachbarten Campgrounds „Bärenalarm“ war, zelten somit nicht erlaubt. Wir mußten daher mit Wohnmobil auf diesen Bärenplatz am Red Rock Canyon. Nach einer ruhigen Nacht hatten wir am nächsten Morgen direkt am Parkway unseren ersten Schwarzbär.Unser erster Schwarzbär Weiter ging es Richtung Visitor Center Waterton und dort direkt vor der Tür – “ a mom with her baby! „Schwarzbärin mit Nachwuchs Danach bekamen wir auch noch unseren Traumplatz am Lake.Waterton Townsite Campground Unsere erste Wanderung durch die Stadt und Ufer des Sees zum traumhotel führte uns auch zum Gebüsch, wo die Bärin mit Ihrem Jungen abgetaucht war. Also laut reden und singen, Bärenspray griffbereit. Am Ende des Trails winkten uns Ranger zu, wir mögen vorsichtig herkommen, hinter uns seien Bären. „Wo? Wir haben keine gesehen!“ Der Ranger meinte daraufhin, man müßte auch mal nach oben in die Bäume schauen.Schwarzbären im Baum   Da saßen Mutter und Kind und hatten Ingeburgs „… hoch auf dem gelben Wagen“ gelauscht :-).

Head – Smashed – In Buffalo Jump

Auf dem Weg von Calgary zum Waterton Lakes National Park liegt diese zum Weltkulturerbe ernannte Steilklippe.Head-Smashed-In Buffalo Jump       Dies wirkt zunächst erstaunlich, doch an dieser Stelle sind rund 6000 Jahre lang besondere Jagdtechniken umgesetzt worden. Die Prärieindianer versetzten Bisonherden in Panik und trieben sie auf diese Abgründe zu, in die sich die Tiere zu Tode stürzten. An den Abhängen entdeckte man meterdicke mit Knochen gefüllte Erdschichten. Meistens starben mehr Bisons, als die Jäger verarbeiten konnten. Zumindest hier lebten die Ureinwohner duchaus nicht im resourcenschonenden Einklang mit der Natur. Den Schlußpunkt unter diese Jagdmethode des Buffalo Jump setzten die aus Europa importierten Pferde und Gewehre. Im Interpretive Center wird auf sechs Ebenen eindrucksvoll das Leben der Plain Indianer und die Entwicklung der Bisonjagd dargestellt.Interpretive Center  Während Ingeburg sich liebvoll den Modellen zuwandte, verkostete ich im „Cafe“ einen Buffalo – Burger :-).Katy und der Bison

Royall Tyrrell Museum

Eines der weltweit führenden Museen seiner Art. Thematischer Schwerpunkt ist natürlich die Erd – und Menschheitsgeschichte, Dinosaurierskelette, Flora und Fauna und Exponate zum Anfassen. Mit dem Kitsch und Touristenmüll aus Drumheller hatte dies nichts mehr zu tun. Es ist wirklich ein absolut sehenswertes Museum. Die Zeit vergeht dort drin wie im Fluge und man lernt echt dazu :-).   Royal Tyrell Museum          Am Eingang läßt „Jurrassic Park “ grüßen. Man kann das Präparationslabor sehen Preparationslabor  und einem Paläontologen über die Schulter blicken, wie er mit „Zahnarztwerkzeug“ und Pinselchen den ganzen Tag an einem kleinen Knochen arbeitet. Für so ein Skelett wie dieses hier braucht er Jahre !!!Jahrelange Arbeit Das ist sicherlich nicht jedermanns Job :-), dafür muss man wohl geboren sein. Wenn man diesen Aufwand kennt, ist die Ausstellung um so eindrucksvoller.detailgetreue PräparateKaty forschtT-Rex Stefan meets T-Rex !                           Auf der Weiterfahrt holt uns die Realität in Form einer historischen Kabelfähre – Bleriot Ferry – über den Red Deer River ein. Erst mal klingeln 🙂 und den Fährmann wecken.Bleriot Ferry historische Kabelfähre Na, passt doch !Horsethief Canyon Panoramabild (neuer Fotoapparat !) vom Horsethief Canyon.

Albertas Badlands

Nach über 10.000 km Fahrstrecke sind wir nun in den Badlands von Alberta angekommen. Einer kargen, durch Erosion entstandenen Landschaft mit zerklüfteten Sandsteinformationen.                Dinosaur Provincial Park Mittendrin im Tal des Red Deer River liegt der Dinosaur Provincial Park mit seinem Campground, der einer Oase gleicht.   CamgroundoaseVon hier aus kann man herrlicher Trails machen und zwischen den Hoodoos (eigenwillig geformte, verwittterte Sandsteintürme)  herumkraxeln! (Schienbein ist wieder zugeheilt :-))Hoodoos Coulee Viewpoint Trail     Bei den Wanderungen sollte man nicht zu sehr „Jugend forscht“ machen, da diese Tierchen sonst Stress bereiten könnten.Nette Weggefährten Ein schönes Visitorcenter informiert ausführlich über die Geschichte und den Untergang der Saurier vor 75 Millionen Jahre. Das sind schon andere Zeitschienen als Sitting Bulls 140 Jahre!versteinerte Saurierreste Auf den Trails gibt es sogar zwei Schutzhäuschen für Originalausgrabungsstätten. Schutzhäuschen für die Knochen    Originalknochen vom Saurier Leider nicht entspiegelt. Nach vier schönen, entspannten Tagen in der „Oase“ ging es weiter Richtung Drumheller.Hoodoo bei Drumheller Vorbei an den Hoodoos von East Coulee kommt man in die touristische Hochburg der Saurier :-(. Der weltgrößte künstliche Dinosaurier mit 26 Meter begrüßt uns!   Drumheller und seine Saurier    “ Ok, eine Nacht! Einkaufen und die gute WIFI – Verbindung ausnutzen!“ sagte ein genervter Sauriertourist :-).   genervter Sauriertourist

Saskatchewan

Unendliche Weiten mit über 35 Grad, so waren die Great Plains in Saskatchewan. Saskatchewan Jetzt bloss keine Reifenpanne haben! Einziger lohnenswerter Stopp in der Provinz ist der Cypress Hills National Park direkt an der Grenze zu Montana und zur Provinz Alberta. Als alter „Indianerfan“ war der Besuch von Fort Walsh ein Muß.    Modell Fort Walsh                         Als ehemaliger Stützpunkt (1875) der NWMP (Nord West Mounted Police) war das Fort Flucht- und Verhandlungsort zwischen den geflüchteten Indianern ( ca. 8000 ) unter Sitting Bull nach der Schlacht am Little Bighorn River und der amerikanischen Armee. Die kanadischen Mounties waren sozusagen Vermittler, besonders Superintendant Walsh.Hauptakteure Sitting Bull und Walsh Da ich die ganze Geschichte nur aus Büchern kannte, war es für mich doch etwas Besonderes an einem Originalschauplatz zu  verweilen.Stefan meets Sitting Bull Die historische Stätte ist liebevoll wieder aufgebaut worden und versetzt einen 140 Jahre zurück.Lager eines Mounties  Lager der Mounties!indianische Größen Indianische Größen/Häuptlinge.Indianerbeute nach dem Kampf am Little Big Horn River Die alte Spencer- Rifle und Uniform als Kriegsbeute der Indianer nach der Schlacht mitgenommen.

Manitoba

Durch Winnepeg (Fotoapparat kaufen – jetzt noch bessere Bilder :-)) „geradewegs“ in die Great Plains. Straßen bis zum Horizont, Kornfelder, Rapsfelder ( Fehmarn läßt grüßen) und sonst nur Prärie. Zwischenstopp auf dem Campground in Gladstone und einem feuchtfröhlicher Abend mit netten Kanadiern am Lagerfeuer. Wenn der Nachbar zum Brötchen holen fuhr, waren wirklich alle wach.Campdragster Dafür war er aber auch am schnellsten wieder da :-). Landschaftlicher Höhepunkt der Region ist der Riding Mountain Nat. Park. Riding Mountain Nat. Park Auf staubigen, unbefestigten Straßen geht es direkt in die Natur. Natürliche Hindernisse in Form von Bisons nimmt man dabei gerne in Kauf.    Bisons                                   (Bison Enclosure – abgesperrtes Areal im Park)                                                              Dann endlich am Ziel – am Lake Audy!Sunset Lake Audy 2      Abends wieder der Ruf des Eistauchers. Na, wer weiß Ihn noch? Richtig!  „aaoooh…..WÜH wü-a WÜH wü-a WÜH wü-a“   Hier konnten wir Ihn endlich mal fotografieren, bevor er wieder abtaucht.     Commen Loon        Auch die kleinsten Bewohner des Nationalparkes interessieren sich für unser Wohnmobil!Streifenhörnchen “ Wie heißt der ? P h o e n i X ?“        Nach fünf gemeinsamen Tagen leider der Abschiedsabend mit Henny und Michael – sie fahren Richtung Alaska und wir zu den Rockys. Nächster Treffpunkt irgendwo in den USA.Lagerfeuer und Stechmücken   „Individueller Mückenschutz“ am Kopf! Den Abend noch genießen, bevor es Morgen heißt: „Kilometer machen“ – Ziel Saskatchewan. Tempomat, Fruchtbonbon und geile Mucke sind dann angesagt.Sunset Lake Audy

Kenora

Das touristische Herz der Lake of the Woods Region. Hier dreht sich alles um Boote und Angeln. Am Supermarkt gibt es daher nicht nur Parkplätze für Autos ……..Parkplatz für Motorboote  Am Wochenende war großes „Kenora-Bass-Wettangeln“. (Bass, eine Art Barsch) Startgeld $ 1000,– und der Sieger, der nach zwei Tagen das meiste Gewicht mit 10 Fischen ( max. 5 pro Tag) erreicht hat, bekommt    $ 40.000,- !                                                         Kenora Bass Fishing 125 Boote nahmen teil und es war ganz große Aktion auf dem Wasser und an Land. Tierschützer! haben dann die Fische gewogen, vermessen und Schuppenproben genommen, bevor sie mit dem Boot wieder draußen ausgesetzt wurden. Die lebenserhaltende Transportkette muß natürlich funktionieren.Fischüberlebenskette Wir haben eine entspannte zweistündige Inselrundfahrt auf der MS „Kenora“ gemacht und dabei so manches „Häuschen“ auf einer Insel gesehen, welches wir auch genommen hätten. –  Besonders praktisch sind diese Art von Booten mit Grill! Würde genau für den Stammtisch passen :-).Stammtischboot   (weiteres siehe Stellplatz Kenora)

Lake of the Woods

14.600 Inseln und unzählige Buchten auf einem 3.150 km2 großen See, dass ist Lake of the Woods. Wer hier kein Boot hat, ist selber Schuld. Mittendrin der Ort Sioux Narrows mit seinem traumhaften Campground im Provincial Park.Sioux Narrows Der dortige 9-Loch Golfplatz ist auch nicht zu verachten, besonders das üble Loch 2 ! White Moose Golf Course Das ist der Abschlag und im See liegen jetzt einige Bremer Bälle :-). Auf dem Golfkurs ist man nie allein unterwegs. WhiteTail Deer White Tail Deer (Weißwedelhirsch)

Richtung Lake of the Woods

Von Thunder Bay vorbei an den Kakabeka Falls geht es in Richtung Fort Frances.Kakabeka Falls In Morson sollte am Wochenende das „Big Grassy First Nation Pow Wow“ sein. Auf der Stracke dorthin wurden wir erstmalig von der Polizei gestoppt. Sie kam uns entgegen, wendete hinter uns und schaltete seine „Bubblegum Lights“ ein. (rotierende rot-blaue Leuchten) Jetzt schön die Hände am Steuer lassen und nicht nach den Papieren suchen. Nur in Abstimmung mit dem Officer ! Ich soll 85 km/h statt der erlaubten 60 km/h gefahren sein (?). Besser keine Wiederrede! Nach Sichtung des Internationalen Führerscheines und der Fahrzeugpapiere sprach er mir lächelnd eine Verwarnung aus und wünschte uns weiterhin gute Fahrt und eine schöne Reise. Aber bitte die Verkehrsschilder beachten! Das Pow Wow war erst eine Woche später und nach 70 km unbefestiger Straße kamen wir an den Caliper Lake. Ein Hort der Ruhe und Entspannung. Tagsüber der Fischadler und Abends die klagenden Rufe der Eistaucher (Loom) – aoooh…..WÜH wü-a WÜH wü-a WÜH wü-a :-).Caliper Lake Auf dem Campground habe die Leute überall Nektarbecher an Ihre Trailer gehängt und – kaum zu glauben – überall fliegen Kolibris ! herum. Während auf dem Platz ein „horseshoe“ -Turnier stattfand (Hufeisen an eine Stange werfen?!), haben wir die kostenfreie Nutzung des Kanus wahrgenommen. Hinter der Insel (siehe Bild) sind wir dann gekentert. Beim Versuch auf den glitschigen Felsen wieder ins Kanu zu steigen, kenterten wir ein zweites Mal. Ingeburg ist dann zurückgeschwommen und ich mit halbvollem Kanu hinterhergeeiert. Das Turnier war noch im Gange, als wir patschnaß ans Ufer watschelten. Abends am Lagerfeuer haben wir über uns selber gelacht und uns gesagt: „Man gut, dass uns keiner gesehen hat!“ Die Schuldfrage ist bis heute ungeklärt und die Digitalkamera kaputt. (keine Sorge wir haben Ersatz)

Thunder Bay

Auf dem Campground des Fort William Historical Park machen wir eine 5 tägige Zwangspause. ( “ Wunden lecken “ ) Da die riesige Wiese mit Holzpalisaden umgeben ist, sind wir vor Angriffen von außen gut geschützt :-).Zwangspause Kanadagänse zu Besuch Zu Besuch kommen nur Kanadagänse!  Die Besichtigung des Fort William Historical Park lohnt sich in jedem Fall. Eines der besten „lebenden“ Museen Kanadas. Hier war von 1803 -1821 das westliche Hauptquartier der North West Company.                  Fort William Das Fort diente den Pelztierjägern am Superior Lake als Umschlagsplatz und Winterquartier.Trapper Von hier wurden die Felle in riesigen Lastkanus nach Montreal weitertransportiert. 42 historische Gebäude und seine in zeitgenössischer Kleidung agierenden „Bewohner“ vermitteln einem das Leben am Rande der Wildnis vor 200 Jahren. Die Neuzeit ist in dieser Anlage gänzlich ausgeblendet.Kanuwerkstatt Kanuwerkstatt: man nehme Birkenrinde, etwas Zedernholz, Fichtenwurzeln und eine Dichtungsmasse aus Tierfett, Harze ….. fertig ist das Kanu. ( dieses hier für 4 Personen und 2,5 to Zuladung!) Vor dem Fort ist ein Indianerdorf aufgebaut, wo man selbstgebackenes Brot mit Erdbeermarmelade und gerösteten Wildreis probieren konnte.   Wigwam Die Birkenrinde bekommt hier einen völlig neuen Stellenwert.                                           Und wer nicht spurt kommt in den Knast :-).  Jail „Holt mich hier raus, ich bin ein Tourist!“