Finnisch Lappland

Stromschnelle bei Kirkenes                                                            Bei den Stromschnellen hinter Kirkenes geht es links ab in Richtung:Grenzübergang  Einsame Strecke! Verkehrsschilder, die vor Elchen und Rentieren warnen, säumen die Straße. Seen über Seen. Drittgrößter finnischer See mit fünf Buchstaben : Jeder kennt den Inari – See aus Kreuzworträtseln. Der See ist doppelt so groß wie unser Bodensee und hat 3000 Inseln!                            Unser Plätzchen direkt am Ufer ist so schön, dass wir gleich drei Tage bleiben.Camping InariCamping Inari 2                                                     Schwimmen bei 16 Grad! Man sieht am Gesichtsausdruck, das es nicht 1000m waren.schwimmen bei 16 Grad                                                      Entspanntes Lesen in außergewöhnlicher Lage war da eher angesagt.Leseplatz Für kurzweilige Unterhaltung sorgten leicht überladene Anglerboote, die schon beim Ablegen fast kenterten :-).Angler mit GepäckMitternachtssonne am Inarisee Die Mitternachtssonne gab wieder alles.

Und wieder queren wir den Polarkreis. Polarkreis FinnlandPolarkreis Finnland 2                                                                Daneben ist der Rummel 8 km nördlich von Rovaniemi wirklich grenzwertig.               Hier „wohnt“ nämlich auch Santa Claus! Am Polarkreis steht sein Werkstattdorf und mit seinen Helfern, den Wichteln, bastelt er tagein tagaus Geschenke! Ja, ja!  Poststelle                                                                 Im Weihnachtspostamt beantwortet er zudem jährlich 250.000 Briefe.Tagespost Hier die Tagespost!Post für Santa Claus Der ganz normale Wahnsinn!                 Der Husky-Park nebenan machte uns erheblich mehr Spaß.schmusen mit Husky                                                              87 Huskys waren zum schmusen bereit. Gott sei Dank waren sie nicht käuflich :-).

Ostfinnmark

Jetzt wird es immer einsamer. Fjorde, Flüsse, unzählige Seen und die weiten, baumlosen Fjells. Spiegelbild                               Wir fahren auf der Eismeerstrasse zwischen Kongsfjord und Berlevag entlang der sturmzerzausten Küste durch wild-schöne Erosionslandschaft. Zerklüftete Felsen veranschaulichen die gigantischen Kräfte der Natur.Eismeerstrasse                                                             Hier gibt es nur wenige, hartgesottene Strandurlauber :-).Strandurlauber                                                              Ein idyllischer Ort mit Küstenkultur und einzigartigem „Landhandel“ ist Kongsfjord. Hier bekommt man fast alles, auch Antiquitäten!Landhandel Kongsfjord                                                        Berlevag lebt vom Fischfang. Im Hafen ist richtig was los und es gibt doch tatsächlich auch einen Fischladen.Hafen von Berlevag                   Vadsö ist die Hauptstadt der Provinz Finnmark und hat nicht viel zu bieten. Das Originellste ist sicherlich der Luftschiffmast. Luftschiffmast                       An dem Ankermast wurden 1926 und 1928 die Luftschiffe „Norge“ und „Italia“ vertäut, bevor sie Roald Amundsen und Umberto Nobile zum Pol trugen. In Vardö liegt die nördlichste Festung des Landes. Sie wurde 1738 auf den Ruinen zweier Burgen erbaut und bot 200 Jahre lang Schutz vor russischen Räubern.Festung Vardö  Auf Burg Nr.2  fanden 1621 – 1692  Hexenverbrennungen statt. In keiner anderen Stadt Norwegens verloren mehr Frauen auf dem Scheiterhaufen ihr Leben. Die unglücklichen Frauen, die als Hexen angeklagt waren, mussten sich der Wasserprobe stellen. Mit gebundenen Händen und Füßen wurden sie unter Wasser getaucht. Tauchten sie wieder auf – waren sie Hexen und starben auf dem Scheiterhaufen. Kamen sie nicht mehr rauf, waren sie unschuldig!

Endstation der Hurtigruten und der Europastraße 6 ist Kirkenes. Hier liegen die Fangflotten der leckeren Königskrabben. Fangflotte Königskrabbe  Leider ist die Fangsaison von Oktober bis Dezember. Ein Elend! Wir sind zu früh oder zu spät :-(. Wieviel hier gefangen wird, kann man an den Bergen von Fangkörben erahnen.Fangkörbe                                                          Dafür gibt es fangfrische Eismeergarnelen. Auch sehr lecker :-).Eismeergarnelen Ansonsten hat Kirkenes keine besonderen Attraktionen. Die Verkehrsschilder sind zum Teil schon in kyrillischer Beschriftung – Russland ist nicht mehr weit!Russland nicht weit  russische Grenze                                                           Über die Landstraße 886 kann man in das 60 km ( die letzten 10 km sind unbefestigt) entfernte Grense Jakobselv am gleichnamigen Grenzfluss fahren.Kirche Grense Jakobselv    Nach der Grenzziehung 1826 kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den norwegischen und russischen Fischern. Statt Kanonenboote wurde diese Kirche (1869) als kultureller Grenzschutz gegen den Osten erbaut. Grense Jakobselv                   Hier ist Sackgasse! Bis zum Nordpol sind es von hier genau 2.331 km. Da kein Tunnel, keine Brücke und Straße uns dahin führt, beenden wir hier unsere Reise durch Nord-Norwegen. Katy                                   Morgen geht es über Finnland nach Nord – Schweden.

Nordkap

Auf dem Weg zum Nordkap machen wir noch einen Abstecher zu Norwegens einzigen Gletscher, der direkt ins Meer kalbt – den Oksfjordjökulen.Oksfjordjökulen Bei herrlichem Wetter verabreden wir uns dort mit unseren Freunden Claudia und Thomas aus München, die ebenfalls Skandinavien – gegen den Uhrzeigersinn – bereisen. Bei einer gemeinsamen Wanderung in Richtung Gletscher gibt es natürlich viel zu erzählen.Claudia und Thomas                                   Wir beenden den Tag mit Lachs vom Grill auf Zedernholz und am nächsten Morgen fahren die Beiden gen Süden und wir weiter in Richtung Norden. Wir kommen jetzt in die Finnmark, die nördlichste und größte Provinz des Landes, außerdem die am dünnsten besiedelte –  nicht einmal 1,5 Menschen pro Quadratkilometer.                       In Alta wandeln wir auf den Spuren von Ingeburgs Vater, der hier im zweiten Weltkrieg stationiert war und besuchen das Tirpitz – Museum.  Hammerfest gilt als die nördlichste Stadt der Welt. Dank eines riesigen Gasfeldes in der Barentsee wurde auf einer vorgelagerten Insel eine riesige Erdgasverflüssigungsanlage gebaut. Hammerfest                                                              Nicht schön, beschert der Stadt aber eine reiche Zukunft.                                             Ein fahrerischer und mentaler Highlight ist sicherlich der Nordkaptunnel.Tunnel Mit bis zu 9 % Gefälle geht es in die unterirdische Röhre. Die Baukosten von rund 1,1 Mrd. Euro wurden bis 2012 teilweise durch eine Maut wieder eingenommen. Mittlerweile ist die Nutzung kostenlos. Kurz vor dem Kap lohnt sich der Abstecher in das nördlichste Fischerdorf der Welt – Skarsvag. Skarsvag 2Skarsvag  Hier werden auch die bekannten Königskrabben gefischt und gekocht. Da können wir natürlich nicht widerstehen :-).KönigskrabbeTrophäensammlung                     Aber auch Trophäen von Dorschschwänzen, die an die Holzwände von Fischerhütten genagelt sind, zeigen, dass auch klassisch geangelt wird.  Durch eine kleine Wanderung zum Kirkeporten-Felsen gewinnt man eine ganz ungewöhnliche Perspektive auf das Horn am Nordkap.Nashorn  Man kann aber auch herrlich in der Sonne relaxen und die Stille genießen.relaxen So, jetzt aber, das sagenumwobene Traumziel für die Touristen – das Nordkap ( 2825 km bis Bremen). Wir haben das große Glück, einen wolkenfreien Himmel zu haben und vor den Bussen der Kreuzfahrschiffe einzutreffen.Nordkap              Das Kap Knivskjelodden, wie auch immer man das ausspricht, ist eigentlich das wahre Nordkap, da es 3 km weiter nördlich liegt.das wahre Nordkap  Wie oft fälschlicherweise behauptet, handelt es sich hier aber auch nicht um den nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes, da er ebenfalls auf einer Insel liegt. Der nördlichste Punkt des Festlandes liegt bei Kinnaroden auf der Nordkinn-Halbinsel. Aber solche Spitzfindigkeiten stören den modernen Touristen wenig, schließlich ist das Erreichen des Kaps und der Blick vom Hochplateau ein tolles Erlebnis.              fremde BesucherFür alle !!!    24.00 Uhr                                                      16.07.2017 – 24.00 Uhr Nordkap und seine Mitternachtssonne.

Tromsö

Eine fast zweistündige Fährfahrt bringt uns zur Insel Senja. Die Seeseite ist hier von Meeresarmen zersägt, ist rau und windig, und nur noch von wenigen Fischern bewohnt. Senja Bequem geht es deshalb mit der nächsten Fähre auf die Insel Kvalöya; von der sind es nur noch 60 km bis Tromsö. Der Gegenverkehr ändert sich dort schlagartig!Gegenverkehr   Für uns völlig überraschend war die Tatsache, dass Tromsö über ein großes Tunnelsystem verfügt. In den Tunneln geht es  zum Teil direkt in Parkhäuser und es gibt sogar Kreisverkehre! unterirdischer Kreisverkehr  Endlich mal Dunkelheit :-).                    An der Oberfläche hat Trömso aber doch mehr zu bieten. Die schneebedeckten Berge rundherum sind ein tolles Panorama.Hafen TromsöHafen mit Hintergrund  In der Universitätsstadt leben etwa 10.000 Studenten, die das Stadtbild entsprechend prägen. So gibt es hier auch die nördlichste Brauerei der Welt – die Mack-Brauerei. Leider hatte die Schankstube am Sonntag geschlossen und der halbe Liter Bier für € 10,– ! in der Nachbarkneipe löschte unseren Durst unglaublich schnell.                                                                        Interessante Eisschollen-Architektur des Polaria-Museums.Polaria-Museum  Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Eismeerkathedrale. Das etwas bizarr anmutende, 23 m hohe Bauwerk will die Natur des Nordlands widerspiegeln?! Die Holzgestelle, an denen der Stockfisch trocknet, inspirierten den Architekten zur äußeren Form.Eismeerkathedrale  Die unsymetrische Dachlinie symbolisiert eine Gletscherspalte und die Glasflächen zwischen den Betonpfeilern stehen für das Polarlicht und die Mitternachtssonne.Eismeerkathedrale 2 Klingt doch gut, oder?                             In den ersten 7 Jahren war die Stirnwand der 1965 erbauten Kirche komplett verglast, was die Gläubigen dazu zwang, ihre Sonnenbrillen aufzubehalten. Man stelle sich nur den Pfarrer vor, wie er vor der mafiös aussehenden Gemeinde predigte 🙂 !  Die Lösung brachte dann ein großes Mosaikfenster.Mosaikfenster Hafenrunde                                                             Bei über 25 Grad ! hatten wir auch unsere Sonnenbrillen auf, geblendet von der schönen Hafenansicht.

Die Vesteralen

Nicht so berühmt und landschaftlich nicht ganz so dramatisch wie die benachbarten Lofoten, sind die Vesteralen trotzdem lohnendes Ziel. Selbst in der Hochsaison geht es hier ruhiger und beschaulicher zu. Kaum Reisebusse und weniger Wohnmobile. Die größte Insel ist Langoya, mit Mooren und erstaunlich viel Wald, Felsklippen, bizarren Gipfeln und tollen Sandstränden.Langoya       Einen schönen einsamen Platz finden wir bei Hovden. Wir stehen auf einer Landzunge, vorne ein breiter Strand Hovden                      und hinter uns eine kleine, idylische Bucht. Hovden 2    Man hat die freie Auswahl.                Die nördlichste der Vesteralen-Inseln ist Andoya (488 km2). Beim Fischerörtchen Bleik ist die markante Insel Bleiksoya vorgelagert.Vogelfelsen  Hier brüten nicht nur bis zu 80.000 Papageientaucher, sondern hier ist auch das größte Seeadlerrevier Europas.              Auf einem schönen Küstenwanderweg kann man sie auf der Jagd nach den Papageientaucher beobachten.Coasttrack           Dieser Weg führt auch auf den Gipfel des Matinden (408 m). Ein gut beschilderter und markierter Weg führt hinauf. Blaue Route – also mittelschwer. Mittelschwerer Wanderweg  Über diese Einstufung wurde heftig diskutiert und danach wurde lieber eine leichte Strandwanderung absolviert  :-).                                                 Eine willkommene Abwechslung bot auch der neu angelegte 9-Loch Golfplatz direkt neben dem Campingplatz.Golfplatz Bleik                   Die Greenfee betrug für den Tag nur 20,– € ! Und der Tag hat hier 24 Stunden!           Unsere massiven Ballverluste ließen alllerdings nur zwei Runden zu.                           Am nördlichsten Punkt der Vesteralen liegt Andenes. Hier lebte man hunderte von Jahren vom Walfang, heute boomt das Geschäft mit Fahrten zum Whalewatching. Der Meeresboden vor Andenes fällt steil auf bis zu 1000 Meter ab – und dank des warmen Golfstromes hat man hier ideale Walbedingungen mit fast 100iger Sichtungswahrscheinlichkeit. Wir hatten bereits 2004 das Glück einige Pottwale „hautnah“ zu beobachten, warfen deshalb nur einen Blick auf den Leuchtturm Leuchtturm Andenes und nahmen dann die Fähre zur Insel Senja.