Südafrika – Nachlese

Hallo Blogfans! Ja, wir leben noch und ja, wir berichten euch von unserer letzten Tour. Vom 8. Januar bis zum 21. Februar 2019 haben wir mit unseren Freunden Ellen und Siggi eine Rundreise durch Südafrika gemacht. Hier nun ein kurzer Rückblick auf eine faszinierende Reise mit beeindruckenden Erlebnissen und bleibenden Eindrücken. Unsere Strecke: Johannesburg – Blyde River Canyon – Kruger National Park – Swaziland – Elephant Coast – Kwazulu Natal – Drakensberge – Sunshine Coast mit Addo Elephant Nat. Park – Tsitsikama Forest und Coastal NP – Garden Route – Franschhoek – West Coast bis Paternoster – Cape Town betrug rund 6.500 km. Das Reiseteam und sein Fahrzeug, ein Toyota Fortuner mit Platz für 4 Reisetaschen, hat uns (bis auf eine Reifenpanne) nie im Stich gelassen.

Sicherlich gehört zu den Höhepunkten einer Afrikareise die faszinierende Tierwelt. Die “ Big Five“ hatten wir schon nach kurzer Zeit im Kruger National Park „abgehakt“.

Mit den „Big Five“ sind nicht die fünf größten Wildtiere Afrikas gemeint, sondern die früher bei Großwildjagden am schwierigsten und gefährlichsten zu jagen waren. Es gibt natürlich noch andere „große“ Spezien!

Die ingesamt neun „Game Drives“ (davon drei geführte Safaris) waren immer sehr spannend und wir haben dabei eine unglaubliche Artenvielfalt in ihrer freien Wildbahn beobachten können. Die Wildparks kann man am besten mit dem Begriff “ Zoo verkehrt“ beschreiben: Die Tiere laufen frei herum und die Menschen sitzen in ihren Autokäfigen. Zugegeben, oft fühlten wir uns darin auch am sichersten :-). Auch die selbsternannten „Little Five“ hatten unsere volle Aufmerksamkeit.

Die meisten Menschen werden übrigens nicht durch Krokodile oder Löwen verletzt oder gar getötet, sondern durch Hippos – Flusspferde! Die bis zu 3 Tonnen schwere Kolosse wirken recht harmlos, können aber erstaunlich schnell laufen und zögern bei Bedrohung ihrer selbst oder ihres Nachwuchses nicht auf Menschen loszustürmen. Deshalb nicht zwischen sie und ihr Gewässer geraten! In St. Lucia im iSimangaliso Wetland Park machen sie auch Ausflüge auf die Rasenflächen der Häuser. Schon beeindruckend, wenn so ein Dreitonner aus einer Hauseinfahrt kommt.

Ein Hippo – Eckzahn! Es ist herrlich, Tiere zu beobachten, die das Leben auch einfach nur genießen können.

Vollbad, Fango und Schlammbad, alles tut wohl gut.

Hippos im Whirlpool! Und dann ein Mittagsschläfchen :-).

Die größte Aufmerksamkeit lenken natürlich immer die Jungtiere auf sich. Wie süß, wie niedlich, wie tollpatschig…… Ist aber auch so.

Besonders die Vogel – und Insektenwelt glänzt mit unglaublichen Farben und Formen. Die Fotomotive nahmen kein Ende und jetzt fällt es schwer aus über 800 Fotos ein paar Highlights herauszupicken.

Hier wird man echt zum Heuschreckenfan! Zumal manche Exemplare zwischen 10-15 cm lang waren. Im Gegensatz zu den großen, bunten Schmetterlingen hielten sie schön still und der Fotograf konnte seine „ganze Klasse“ ausspielen :-).

Wir ersparen euch weitere Insektenbilder, aber ein paar Vögel müssen noch sein :-). Wer kennt sie schon oder hat sie je in freier Wildbahn fliegen sehen: den Senegalist, den Oryxweber, den Graulärmvogel mit Sturmfrisur, den südlichen Hornraben oder die Dominikanerwitwe – wir !!!!

So, jetzt aber genug von der Tierwelt. Es gibt natürlich auch Pflanzen 🙂 . Keine Angst nur Eine – die Nationalblume – die Königsprotea.

Wir haben auf unserer Rundreise 22 verschiedene Unterkünfte (Lodges/ Guest Houses) besucht. Von 3 bis 5 Sterne war alles dabei und manche Aussicht von der Terrasse oder Balkon war schlichtweg atemberaubend.

Oft hat man eigene kleine, reetgedeckte Häuschen und die“ Aufenthaltsräume“ sind oft im Kolonialstil gehalten. Wuchtige Sessel und Sofas mit Kamin, riesige Vasen und Bilder lassen die Gedanken beim Sundowner in vergangene Zeiten abschweifen.

Wobei die Buhala Game Lodge am Rand des Kruger National Parks eindeutig unsere Nummer 1 war. Hier der Pool mit Blick zum Krokodilfluss, zehn Meter weiter äsende Elefanten und das romantische Dinner – ein Traum!

Abnehmen kann man in Südafrika nicht, dafür ist das Essen einfach zu lecker. Das reichhaltige Frühstück umfaßt vom Müsli mit leckeren frischen Früchten des Landes bis hin zum typisch englischen „Ham and Eggs“ alles was das Herz begehrt. Fangfrischer Fisch “ Catch of the Day“ vom Grill , sehr gute Steaks sind oft Teil eines Dreigängemenüs im Rahmen des Dinners.

Diesen „Stumpnose“ – Fisch (750 gr.) gab es beim „Griechen“ für sage und schreibe 10,– €. Die südafrikanischen Austern gehören für Stefan zu den besten der Welt.

Zum Ausgleich kann man natürlich herrliche Wanderungen machen. Besonders laden dazu die schier unendlichen, einsamen Strände ein. Der Indische und der Atlantische Ozean sind sehr kalt, haben oft starke Strömungen und laden somit nicht zum baden ein.

Auch Südafrika hat natürlich seine dunklen Seiten. So ist die Geschichte geprägt von erbitterten Kriegen zwischen Engländern, Buren, Xhosa und Zulus. Viele ehemalige Schlachtfelder, Gedenkstätten und Museen zeugen von dieser Vergangenheit.

Auch mit dem Ende der Apartheid sind die Gegensätze zwischen Arm und Reich, schwarzer und weißer Bevölkerung allgegenwärtig. Nach dem Besuch einer „Township“ ist man neu geerdet, demütig und betroffen.

Südafrika hat leider auch ein Wasser – und Stromproblem. Die Stromerzeugungskrise dauert schon seit vielen Jahren an, das Land verbraucht in Spitzenbedarfszeiten mehr als es erzeugen kann und um dann den totalen „Black out“ zu vermeiden, wird dann stundenweise der Strom abgeschaltet. Riesige Solarparks sind geplant und an der stürmischen West Coast sollen Windparks entstehen. Das Land ist überwiegend trocken und nur da, wo genügend Niederschläge fallen und Wasser aus Staudämmen und Flüssen zur Verfügung steht und die Bodenqualität stimmt, ist intensive Landwirtschaft möglich. Frische Mangos und Ananas eröffneten uns vorort neue Geschmacksdimensionen. Zurück zu weiteren schönen Seiten Südafrikas. Die Küsten sind grandios. Entweder sind sie rau und abweisend oder sie laden zum Wassersport aller Art ein.

Natürlich gibt es auch Badende, das Wasser ist aber verdammt frisch, da nützen auch bonbonfarbene Badehäuschen nichts. (St. James auf der Kap-Halbinsel) Ein Foto, welches wohl jeder Südafrika-Reisende am südlichsten Punkt des Kontinents gemacht hat – Cape Agulhas. Das „Kap der Stürme“ mit entsprechend vielen Schiffswracks.

Kapstadt, die drittgrößte Stadt Südafrikas hat knapp vier Millionen Einwohner. Die Hälfte davon lebt in riesigen, primitiven Townships und fristen in den staubigen, elenden „Cape Flats“ ihr Dasein. Touristischer Highlight ist der 1086 Meter hohe Table Mountain. Der Besuch beschert einem eine grandiose Rundumsicht!

Die Anziehungskraft der „Mutterstadt Afrikas“ liegt aber auch in der multiethnischen Vielfalt. Kapstadt bewahrt den Charme der „guten“ alten Zeit und gilt jetzt in der Postapartheits-Ära als internationales urbanes Aushängeschild. Die Waterfront wurde 1990 umgestaltet und ist jetzt die „Herzkammer“ des touristischen Kapstadts.

Der Tafelberg ist häufig in Nebel gehüllt – er hat dann das „Tischtuch“ aufgelegt.

Das muslimisch geprägte Malaienviertel Bo-Kaap mit seinen buntgetünchten Flachdach-Häuschen.

Genauso bunt geht es natürlich auch auf den Märkten zu (hier der Greenmarket) und überall wird man mit traditioneller Livemusik verwöhnt:

Ein Ausflug von Kapstadt zum Kap der Guten Hoffnung ist ein Muss. Hier muss man zum Fotoshooting anstehen. Wenn zwei Reisebusse vor dir da sind, heißt es Geduld zeigen :-(.

Der Weinanbau am Kap geht auf holländische und französische Einwanderer zurück, hat lange Tradition und es werden heute hervorragende Weine produziert. In Franschhoek („Französische Ecke“), neben Stellenbosch eine Hochburg des Weines, konnten wir uns mit entsprechenden Verkostungen davon überzeugen :-).

Die Reise durch Südafrika hat uns wirklich sehr gefallen, viele neue Eindrücke und wir brauchen sicherlich noch einige Zeit um alles zu verarbeiten und „sacken“ zu lassen. Eines steht jedoch fest – wir werden nochmal wiederkommen!